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März 14, 2026 um 9:20 p.m. Uhr #1258

DaniSpielerJa, wer hatte es dieser Tage nicht schwer? Wobei Clint genau wusste, dass er für dieses Dilemma verantwortlich war, in dem der Junge steckte, auch wenn er ihm keine reingehauen hatte. Heute jedenfalls nicht, letzte Nacht schon, allerdings war dies reine Selbstverteidigung gewesen.
„Ja, das Leben ist gerade Mist. Hast Du jemanden verloren?“ erkundigte er sich, wobei er sich fast nichts anderes vorstellen konnte. Warum sonst sollte sich ein eigentlich netter Junge so einer Bande anschließen? Sicher, der kannte den Kleinen nicht wirklich, aber wie er die alte Dame vorhin unterstützt hatte, das war schon ein Indiz dafür, das nicht alles an ihm schlecht war und er bei diesem Alessio fehl am Platz war.
Hmm, er fand schon, dass es wichtig war, wohl auch, weil er nicht unschuldig an der Situation war, auch wenn er dem Teenager dies niemals offenbaren würde. „Ich find’ schon, dass das wichtig ist.“ erwiderte er. „Es gibt nicht mehr so viele Menschen, wir müssen uns umeinander kümmern.“ Nun, zumindest die, die es verdienten zu leben. Allerdings bemerkte er, dass der Kleine plötzlich innehielt und innerlich erstarrte der einstige Avenger.
Langsam schüttelte er den Kopf, ehe er sich mit der Hand über die Augen rieb und dabei die Kappe ein ganz kleines Stück weiter nach oben schob. Nicht viel, gerade so, als ob es so wirkte, das einfach nur die Sonne schuld war, das er sie so tief trug. „Ich denk’ nich. Ich bin nich aus New York. Bin sogar das erste Mal hier, weil die Behörden sagten, man solle in die größeren Städte ziehen. Und da ich gehört hab, dass die Infrastruktur hier durch diesen Stark noch besser is als anderswo kam ich her.“ Lügen ohne Rot zu werden war das A und O eines Agenten und Clint setzte sogar noch einen drauf. „Bin aus Cape Cod in Massachusetts. Is’n kleiner Küstenort, gab nicht mehr viel, was uns dort blieb. Mehr als die Hälfte dort is weg, die andren sind nach Boston oder sonst wo hingezogen.“ Tatsächlich war er mit Laura, Cooper und Lila dort gewesen, einfach ein Familienurlaub an der Ostküste, sodass er auch etwas darüber erzählen konnte. Das war auch lange bevor an Nate zu denken war, die Kids waren etwa fünf und sechs Jahre alt. Und die besten Lügen verpackte man auch immer mit einem Quäntchen Wahrheit, sodass er sich auf der sicheren Seite wähnte.
März 14, 2026 um 9:19 p.m. Uhr #1257
DaniSpielerLachte sie etwa? Klang fast so, auch wenn er daran wirklich nichts Komisches finden konnte. „Das wäre er auch gewesen.“ erwiderte er trocken, wobei sie natürlich nicht wissen konnte, dass er ein Meisterschütze war. Clint behauptete ja nicht umsonst, dass er immer traf. Egal wie mächtig der Gegner war, man hörte es nicht, wenn ein Pfeil abgeschossen war und einer durchs Auge war immer tödlich.
Die Augenbrauen hoben sich, als die Frau so freimütig berichtete, dass sie die Tochter des Massenmörders war. Sie jedoch dafür verantwortlich machen, was ihr Vater getan hatte, das wäre ja so als ob man eines seiner Kids für seine Taten verantwortlich machte.
Außerdem klang Thanos als Vater zu haben alles andere als wünschenswert für ein Kind, was Entsetzen in ihm auslöste, dass letztlich auch seine Augen erreichte. Als Vater fehlte ihm jegliches Verständnis dafür, das jemand überhaupt dazu in der Lage war, Kinder zu quälen und vor allen Dingen die Eigenen. Aber was sollte man auch von jemandem erwarten, der einfach so die Hälfte der Weltbevölkerung auslöschte? Fast hätte Clint sein Beileid für solch einen Vater ausgesprochen, besann sich jedoch im letzten Moment, denn das Thema war ein anderes. Wobei er jetzt auch nicht ausführen würde, zu was er in der Lage war. Die Frau schien ja sowieso absolut davon überzeugt zu sein, dass man Thanos nicht so einfach hätte töten können. Sie vom Gegenteil zu überzeugen war der Mühe nicht wert, vor allem auch, weil der einstige Bogenschütze den Beweis schuldig bleiben würde.Den Mut verloren? Nein das nicht, eher den Sinn seines Lebens. Zwar stürzte er sich deswegen nicht in den Tod, allerdings hatte er einen ähnlich selbstzerstörerischen Weg eingeschlagen. Nat hatte ihn gewarnt, dass er sich selbst verlieren könnte, und vielleicht würde sie am Ende des Tages recht damit behalten.
Ein Schnaufen entwich ihm, denn die ganze Sache war kompliziert, wobei er auch kein Verlangen dazu verspürte, ihr alles zu erklären. „Deine Meinung nicht meine.“ erwiderte er. Vielleicht hatte sie recht, vielleicht nicht, aber Clint hatte nicht vor, die Facility zu betreten und sie würde es nicht ändern können.An der Spaltung festhalten? Hmm, irgendwie schon, wobei sie keine dummen Überlegungen anstellte. Für einen Moment schwieg der einstige Avenger, ehe er ansetzte zu antworten. „Ich gebe uns allen die Schuld.“ Ja, jetzt da er es aussprach, wusste er, dass es die Wahrheit war. Sie alle trugen Schuld an dem, was geschehen war, aber Tony … hätte er wegen des Abkommen anders gehandelt, dann wäre die Lage eine andere gewesen und alles, was folgte, hätte gar nicht erst stattgefunden.
Clint hob die Augenbrauen, wobei es ihn nicht wundern sollte, dass sie die unendliche Geschichte nicht kannte. Was ihn jedoch Überraschte war, dass es irgendwo tatsächlich eine Spezies gab, die Elfenbeinknochen besaß. Vielleicht ein Übersetzungsfehler, wobei ihm erst jetzt auffiel, dass sie Englisch sprach. Egal, so wichtig war es nicht. „Der Elfenbeinturm ist aus einem Buch. Eine Kaiserin bewohnt ihn, die von dort aus über ihr riesiges Reich herrscht. Der Turm ist nicht wirklich aus Elfenbein, sondern wird nur wegen seiner Farbe so genannt.“ Er hatte Lila das erklären müssen, weil sie entsetzt, darüber gewesen war, das man für den Turm Elefanten ihre Stoßzähne abgeschnitten hatte, um daraus den Turm für die kindliche Kaiserin zu machen. Sie hatte völlig überzeugt behauptet, die kindliche Kaiserin dafür zu hassen, bis er es richtigstellen konnte.
Ja vielleicht war er bedeutungslos, gerade nachdem er darin versagt hatte, seine Familie zu beschützen, doch sie ging es nichts an. Das war eine Sache, die er mit sich ausmachen musste.
Außer, dass er Stark die Nase brach, wenn er ihm gegenübertrat? Nicht viel, aber noch war Clint nicht bereit, ihn aufzusuchen. Dennoch war er ihr eine Antwort schuldig. „Keine Ahnung, aber ich will es auch nicht herausfinden.“ Und das musste er auch nicht, wenn sie ihn gehen ließ, was nicht unwahrscheinlich war, denn sie hatten schließlich keine Schwierigkeiten miteinander.
Da auch sie einen Schritt zurückgetreten war, tat er es ihr gleich, wobei er jetzt die Hände locker an den Seiten hielt. Kein Nesteln mehr an dem Taser-Chip, kein Griff nach der Rauchbombe, einfach ein simpler Rückzug, ohne die Intention, doch noch einen Kampf zu beginnen.Februar 22, 2026 um 12:12 p.m. Uhr #1172
DaniSpielerClint beobachtete die Sache noch etwas, merkte sich, wo die Wachen waren, machte sich Notizen, um einen Schlachtplan entwickeln zu können, aber schließlich wurde es Zeit, seinen Beobachtungsposten zu verlassen. Wenn er zuschlagen wollte, dann sicher nicht so, wie er gerade ausgerüstet war. Er war zivil unterwegs, hatte nur wirklich unauffällige Waffen dabei und vor allem auch keinen Anzug. So also zog er sich zurück, ging die Treppen des Hauses hinunter. Wenn er sich beeilte, dann würde er in wenigen Stunden zurück sein können, noch etwas besser die Umgebung sondieren können und dann zuschlagen. Vielleicht konnte er sogar den Typen verfolgen, der dem Jungen ganz schön zugesetzt hatte. Jetzt aber erst einmal zurück zu seinem Unterschlupf und die Klamotten wechseln.
Das Cap zog er wieder tiefer ins Gesicht, bevor er das Gebäude verließ und machte sich auf den Weg zurück. Den Weg her hatte er sich gemerkt, den Weg zurück würde er gut finden und möglicherweise hatte er noch Zeit, um für einen Moment die Augen zu schließen oder einen Happen zu essen.
Seine Pläne jedoch bekamen einen Dämpfer, als er an der Bank vorbeikam, auf der dieser Teenager saß. Er sah niedergeschlagen aus, die Wange war rot, verfärbte sich schon langsam blau, was sehr eindeutig war. Innerlich seufzte Clint, dann setzte er sich neben den Kleinen, Beine ausgestreckt, die Hände locker auf den Knien, den Rücken an die Lehne gelehnt. Er wusste, dass man Fremden in dieser Zeit nicht mehr allzu leicht vertraute und wollte einen harmlosen Eindruck machen. „Schlimmen Tag gehabt?“ Ihm war bewusst, dass er daran nicht unschuldig war, aber das würde er dem Jungen sicherlich nicht erzählen. Ihm jedoch etwas Mut zuzusprechen, das war wohl kaum schlimm, außerdem … wer brauchte schon Schlaf? Den konnte er nachholen, wenn er tot war. Und irgendwie war das auch die Gelegenheit, vielleicht mehr über diesen Alessio zu erfahren. Dinge, die der Teenager unbedacht fallen ließ, die ihm nicht wichtig erschienen, es aber durchaus sein konnte.Februar 14, 2026 um 6:32 p.m. Uhr #1151
DaniSpielerNoch etwas, wovon Clint nichts wusste, wobei er sicher war, dass er es erfahren könnte, wenn er sich um Kontaktaufnahme bemüht hätte. Hatte er jedoch nicht und wie hatte Laura immer gesagt? Es brachte nichts, über vergossene Milch zu weinen. Allerdings war er schon etwas neugierig, was dieses Exil zu bedeuten hatte. Vielleicht würde er es irgendwann in Erfahrung bringen, aber die Fremde schien nicht wirklich darauf aus, ihm weitere Erklärungen zu liefern. Zumindest nicht zu diesem Thema. Verstehen konnte der ehemalige Agent es, immerhin war er auch nicht gerade die mitteilsamste Person.
Sie hatte jedoch weit mehr zu der Katastrophe zu sagen, die ihn seine Familie gekostet hatte und er runzelte etwas die Stirn. Sie irrte, als sie sagte, es hätte keine Möglichkeit gegeben, es aufzuhalten, denn eine Sache vergaß sie gänzlich: Es hatte jemanden gegeben, der diese Sache getan hatte. Nahm man ihn rechtzeitig aus der Gleichung … „Hätte man den Anwender getötet, wäre es nicht so weit gekommen.“ brachte Clint zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Und genau das war der Punkt. Hawkeye hatte nicht einmal die Gelegenheit gehabt, einen gezielten Schuss abzugeben, um das Ganze vor der Katastrophe zu beenden.
Als sie vortrat, blieb er stehen, hob den Kopf und reckte das Kinn, wobei ihre Haltung keine Aggression implizierte. Clint war trainiert genug, um keine Bedrohung wahrzunehmen, aber er schnaufte leicht, als sie fragte, was er jetzt tat. Ja klar, das würde er auch ausgerechnet einer Fremden erzählen, die er nicht kannte. Es reichte schon, dass Nat in etwa wusste, was er tat und wenn sie Wort hielt, dann würde sie auch den anderen nichts sagen. Aber diese Frau kannte ihn nicht, wusste nicht, was er getan hatte, und immer noch tat, um wenigstens etwas Gerechtigkeit in diese verkorkste Welt zu bringen. „Du kennst mich nicht, also solltest Du Dir kein Urteil bilden. Du glaubst, ich laufe davon? Ich würde eher sagen, dass ich meinen eigenen Weg gehe. Ich muss nicht zu Stark rennen, damit er mir hilft. Ich bin lediglich hergekommen, um mir ein Bild von der Situation zu machen, wobei ich nicht vorhatte, den Compound zu betreten.“ Seiner Meinung nach lief er nicht davon, sondern stellte sich den unangenehmen Dingen. Clint tat, was Steve und Tony nie tun würden und auch Natasha schien eine gewisse Moral entwickelt zu haben. Im Grunde war es gut, das hatte er sich für seine beste Freundin auch gewünscht, doch gerade jetzt hätte er sie vielleicht besser auf seiner Seite gehabt. Nicht, dass sie wirklich gegen ihn arbeitete, aber sie half ihm auch nicht.
„Ich werde nicht da rein gehen. Als ich Stark das letzte Mal gesehen hab, hatten wir so unsere Probleme.“ Er erinnerte sich allzu deutlich daran, wie Tony das Abkommen für gut befand, weil er sich wegen Sokovia schuldig gefühlt hatte. Und er hatte die Avengers unter Kontrolle der Nato stellen wollen, doch was, wenn das Geschehen wäre? Hätten sie dann rechtzeitig eingreifen können und vor allem dürfen? Natürlich war es so, wie es letztendlich gelaufen war, auch ziemlich übel gewesen. Das Team gespalten, Rhodey schwer verletzt, Scott und er im Hausarrest, die anderen auf der Flucht. Der ehemalige Agent gab nicht allein Tony die Schuld, denn sie alle hatten Fehler gemacht, er selbst eingeschlossen. “ Was das Gras hier angeht, ist das seine Sache. Davon mal abgesehen, ist das hier nicht mal sein Grundstück, also sollte es Tony herzlich egal sein, wie hoch es wächst. Aber so wie ich ihn kenne, sorgt er schon dafür, dass es nicht hoch wird, damit er aus seinem Elfenbeinturm einen schönen Rundumblick hat.“ Der Vergleich hinkte, das wusste er selbst, denn das hier war nicht der Tower, sondern ein Stück recht freies Gelände, was jedoch egal war. Wenn sich Stark wirklich auf dem Compound versteckte, dann passte es doch recht gut.
Und Clint wusste, dass er viel geredet hatte, doch im Grunde hatte er nicht wirklich etwas preisgegeben. Sollte sie damit machen, was sie wollte, er hatte ja eh nicht vor zu bleiben.Februar 1, 2026 um 7:18 p.m. Uhr #1127
DaniSpielerHin und wieder sah sich der Junge um, aber er schien nicht wirklich etwas zu bemerken. Gut so, immerhin war Clint nicht erst seit gestern ein Agent. Wenn er es nicht einmal schaffte, diesen Teenager zu beschatten, ohne dass der es merkte, dann wäre er echt ein schlechter Agent gewesen.
Das Ziel war anscheinend ein Werftgebäude, nicht sehr gut bewacht, wie es auf den ersten Blick schien, nur zwei junge Typen am Eingang, aber der ehemalige Bogenschütze blieb dennoch in einer ausreichend großen Entfernung stehen. Er sah sich um, drehte dann augenscheinlich um und suchte sich einen weitaus besseren Platz, um das Gelände zu überblicken. Den fand er auch, aber er war etwas weiter entfernt, denn … wäre er dieser Alessio, er hätte Wachen auf den nächststehenden Gebäuden postiert, um die Umgebung im Auge zu behalten.Im Augenblick jedenfalls wirkte Clint eher wie jemand, der sich verlaufen hatte, schien unschlüssig zu sein, was er ganz und gar nicht war. Um das Schauspiel perfekt zu machen, sah er auf sein Handy, schüttelte den Kopf und blickte sie noch einmal um, bevor sich sein Gesicht aufhellte und er in einem Gebäude verschwand. Dort lief die Treppe hinauf, suchte einen Zugang zum Dach und stand kurz darauf dort. Geduckt lief er zum Rand, hockte sich dahinter und holte das Fernglas raus. Damit sah er über die Dächer, die weitaus dichter an genau dem Gebäude lagen, in dem der Kleine verschwunden war und tatsächlich, auf einem der Dächer blitzte Metall auf, auf einem anderen war eine Gestalt auszumachen. So dumm war der Kerl also doch nicht, immerhin hatte er die Parameter deutlich abgesteckt. Und jetzt von hier oben konnte der ehemalige Agent auch noch weitere Leute ausmachen, die in der näheren Umgebung herumlungerten. Das würde dann wohl schwieriger werden, als es vorher den Anschein hatte, aber ok, er würde das schon hinbekommen.
Clint richtete das Fernglas auf das Gebäude, sah durch die Scheibe und konnte den Jungen und einen Mann erkennen, der entweder Alessio war oder nur ein weiterer Handlanger. Was genau im Inneren vor sich ging, das konnte er zwar nicht erkennen, aber es wirkte etwas bedrohlich. War der Kleine sicher? Oder steckte er in echten Schwierigkeiten? Eins war klar, solche Typen fackelten meist nicht lange und es würde nicht das erste Mal sein, dass einer der Handlanger um die Ecke gebracht wurde, nur weil er Mist gebaut hatte.
Januar 19, 2026 um 1:20 p.m. Uhr #1096
DaniSpielerJa, hatte sie, das gab er zu, weshalb er nun auch etwas nickte. „Ja.“ Eine Erklärung jedoch gab Clint nicht, denn damit hatte er wirklich nicht gerechnet, musste es allerdings auch nicht rechtfertigen. Dennoch, es war nicht das erste Mal, das er es mit Wesen aus dem All zu tun hatte, denn da war ja immer noch Thor, der ebenfalls nicht von der Erde war. Aber es war überraschend, dass jetzt jemand Neues da war.
„Vergiss es, hat sich erledigt.“ Und so war es wirklich, denn für einen Moment hatte er ja gedacht, Tony hätte einen weiteren Androiden gebaut, was sich nicht als richtig herausgestellt hatte. Die Frau war aus dem All und daher wahrscheinlich eher nicht wie Vision. Sollte es ihn überraschen, dass die da oben auch mit künstlicher Intelligenz und Kybernetik herumspielten? Vermutlich nicht, immerhin waren die technisch gesehen viel weiter, als es die Erde war.
Damit meinte er eindeutig ihre Herkunft, weshalb erneut ein Nicken von ihm kam. Die Frage war jetzt nur, warum sie hier war. Es war ziemlich eindeutig, dass sie etwas mit Stark zu schaffen hatte, doch was, das erschloss sich dem Menschen nicht. „Und Du kennst Tony woher?“ Reine Neugier, doch der Tonfall implizierte, dass es ihn längst nicht so sehr interessierte, wie es vielleicht müsste. Im Grunde war es auch egal, immerhin schien sie ja keine feindlichen Absichten zu haben. Anders als so manche Aliens, die bereits hier gewesen waren.
Clint zog die Augenbrauen zusammen, als sie so sicher klang. „Ach und woher willst Du das wissen?“ Wusste sie mehr darüber? Es wäre kaum verwunderlich, denn Tatsache war, dass der einstige Bogenschütze in dieser Angelegenheit nicht ganz so informiert war, wie er es hätte sein können. Das lag nicht daran, dass er keine Informationen wollte, sondern weil er diejenigen mied, die darüber mehr Infos hatten als sonst jemand. „Und selbst wenn es so gewesen wäre, wie Du sagst, hätte ich dennoch gewusst, dass ich es wenigstens versucht hätte.“ Konnte sie das verstehen? So wie sie bisher geredet hatte, war ihr die menschliche Gefühlswelt nicht wirklich vertraut, aber sie war ja auch kein Mensch. Wie sollte sie also verstehen, was in ihm vorging? Himmel, nicht einmal Menschen wussten immer, was ihre Gefühle bedeuteten oder hatten widersprüchliche Gefühle. Aber eines wusste Clint genau, dass er sich wesentlich besser fühlen würde, wenn er wenigstens versucht hätte, seine Familie zu retten.
Januar 11, 2026 um 6:15 p.m. Uhr #1088
DaniSpielerDie Nacht war mehr als kurz gewesen, aber das war nicht tragisch. Meist machte Clint eh die Nacht zum Tag und schlief während des Tages wenige Stunden, bevor er sich wieder in Recherchen und Nachforschungen stürzte, und er mit dem Einbrechen der Dunkelheit seine Mission verfolgte. Hier und jetzt war es anders, denn er musste keinen Hinweisen nachjagen, Dinge verifizieren und neue Schurken suchen, die nicht verdienten, noch am Leben zu sein. Er musste nur den Jungen beobachten, der ihn früher oder später zu dem Hintermann führen würde. Alessio, derjenige, mit dem der Kleine letzte Nacht gesprochen hatte und der entweder der Kerl war, der hinter den Einbrüchen stand, oder der zumindest die rechte Hand desjenigen war, von dem alles ausging.
Schon vor Sonnenaufgang hatte sich der einstige Bogenschütze in der Nähe der Garage positioniert, an einem Ort, an dem er gut sehen konnte, aber kaum gesehen wurde. Und selbst wenn, er konnte sich noch immer damit herausreden, dass er zufällig da war. Gekleidet war er in Jeans und T-Shirt, darüber trug er eine leichte Windjacke. Unter der Windjacke am Gürtel trug er Nebelkapseln und Taserchips, ebenso ein Messer, abgerundet wurde sein Outfit von einem Basecap, das er tief nach unten gezogen hatte und das sein Gesicht in Schatten hüllte. Nicht, dass er auf einen Kampf aus war, schon gar nicht am helllichten Tag, aber so war er zumindest auf alles vorbereitet. Wenn alles glattlief, dann würde er den Teenager verfolgen, das Versteck der Bande ausfindig machen und am Abend zurückkommen, um Alessio zu treffen.
Es war alles andere als ein Spaß, dem Jungen zu folgen, der in mehrere Wohnungen einstieg, das mitnahm, was irgendwie essbar war und das Ganze immer wiederholte. Beim ersten Haus hatte Clint noch gehofft, dass es sich um das Versteck der Bande handelte, war durch das Treppenhaus geschlichen, aber nichts. Niemand da, keine Menschenseele außer dem Kleinen und ihm. Fast hätte der Dunkelhaarige ihn entdeckt, als er das Haus wieder verließ, aber es war gerade so noch einmal gut gegangen. Grund zum Aufatmen hatte der ehemalige Agent jedoch nicht, denn es ging noch ein paar Mal so weiter, dass der Teenager in irgendwelche Wohnungen einbrach, um sich Dinge zu besorgen. Tja, das war die neue Realität, vor allem war dies der reine Kampf, um zu überleben, weshalb er dem Kleinen keinen Vorwurf machen konnte. Clint selbst hatte sich bei seinen Nachbarn auch Dinge besorgt, die sie sicher nicht mehr gebraucht hatten. War das Doppelmoral? Nicht wirklich, immerhin verurteilte er dieses Verhalten nicht. Es ging um mehr, um größere Taten, nicht um diese kleinen Notwendigkeiten um zu überleben. Außerdem brauchten die Leute, die mal hier gewohnt hatten, das ganze Zeug eh nicht mehr. Aber Konvois überfallen? Oder Labore auszurauben, die vielleicht dazu beitragen konnten, dass Dinge sich in dieser kaputten Welt verbesserten? Genau das war falsch, ebenso wie Drogen in Umlauf zu bringen oder Menschen töten, nur weil die etwas besaßen, das notwendig war. Lebensmittel, Medizin und solche Sachen. Prepper, die vorbereitet waren, deren Keller voller wertvoller Güter waren und andere, die vorausschauend einkauften.
Wie auch immer, Clint beobachtete den Kleinen weiter, hielt sich nun jedoch aus den Häusern raus, denn die Bande wäre wohl ziemlich blöd, mitten in einem Wohngebiet ihr Hauptquartier zu haben. Und vor allem dann noch nicht alles abgegrast zu haben, was es hier zu holen gab.
Dann ließ sich der Junge aufhalten, redete mit einer älteren Frau, die vermutlich ziemlich einsam war, wenn sie sich allein auf den Weg zu einer der Ausgabestellen machte, die überall ausgewiesen waren. Und dass sie dorthin unterwegs war, das war ziemlich wahrscheinlich, denn sie hatte eine leere Tasche dabei und vor dem Zusammentreffen mit dem Kleinen hatte sie es eilig. Es war jedoch auch überdeutlich, dass ihr Alter ihr dennoch einen Strich durch die Rechnung machte, wobei der ehemalige Bogenschütze fast die Observierung abgebrochen hätte, um die Dame weiter im Auge zu behalten, um ihr später etwas vor die Tür zu stellen.Überrascht stellte er jedoch fest, dass das nicht nötig war, sondern der Dunkelhaarige das, was er sich besorgt hatte, mit ihr teilte und Clint zog die Augenbrauen hoch. Na, das war etwas, was er wirklich nicht erwartet hatte, wobei es eigentlich bestätigte, was er bereits geahnt hatte: Der Junge war nicht schlecht, er war nur nach der Katastrophe in die falschen Kreise geraten.
Er nahm die Verfolgung wieder auf, beobachtete, merkte sich den Weg, damit er ihn heute Abend gut finden würde, wenn er zuschlagen würde.Januar 4, 2026 um 6:29 p.m. Uhr #1073
DaniSpielerNoch langweiliger und deprimierend konnte eine Observierung gar nicht sein, wie diese hier, denn der Junge war einfach nur … uninteressant. Nun, bis auf seine Fähigkeiten zumindest. Aber ändern ließ es sich nicht und Clint war geneigt, die ganze Sache hier und jetzt abzubrechen und früh am nächsten Morgen wieder herzukommen. Tagsüber war es jedoch so, dass er doch etwas anders an die Sache herangehen musste, immerhin würde er wohl kaum als Ronin durch die Stadt laufen können. Da würde es dann Baseballcap und Sonnenbrille tun müssen, was im August ja auch nicht ungewöhnlich war.
Wie auch immer, er wartete noch etwas ab, aber es passierte einfach nichts mehr, außer dass der Kleine ein karges Abendessen zu sich nahm und sich dann ins Bett verzog. Dennoch erregte etwas die Aufmerksamkeit des ehemaligen Agenten, denn statt irgendwelcher Comics oder gar Pornomagazine nahm der Kleine einen großen Wälzer zur Hand. Tolstoi? Ernsthaft? Das passte nicht zu einem Jungen, der sich einer kriminellen Bande angeschlossen hatte. Entweder war der Kleine ’nen Wunderkind, der in zwischenmenschlichen Belangen echt ’ne Niete war, oder er war strohdumm und versuchte nur, sich Wissen anzueignen, das ihn aber überfordern würde. Allerdings kannte Clint noch jemanden, der ein Genie war, aber menschlich ein ziemlicher Idiot sein konnte, das wäre also auch nicht ganz so überraschend.
Warum der Teenager sich ausgerechnet so eine Werkstatt als Unterschlupf ausgesucht hatte, das erschloss sich dem ehemaligen Bogenschützen sowieso nicht, denn trotz der sommerlichen Temperaturen draußen wars hier drin nicht gerade sehr warm. An richtig heißen Tagen war das vermutlich sogar ziemlich gut, aber die Nächte kühlten dann doch schon etwas mehr ab. Egal, war nicht seine Sorge und er zog sich langsam zurück, leise, damit der Junge ihn nicht doch noch bemerkte.Der Weg zur Hintertür war wie erwartet ein Kinderspiel und schließlich stand er draußen, wo er tief durchatmete. Jetzt würde er erstmal zurückgehen müssen, um seinen Truck zu holen und dann in seinen eigenen Unterschlupf fahren müssen. Kurz dachte Clint zwar noch darüber nach, ob er dem Kleinen etwas zu essen vorbeibringen sollte, entschied sich jedoch dagegen. Das würde nur dazu führen, dass er sich Gedanken darüber machte, ob er verfolgt worden war oder nicht. Nein, wenn er an diesen Alessio herankommen wollte, dann musste der Rächer weiter unter dem Radar bleiben, auch wenn er schon ein gewisses Mitleid mit dem Teenager hatte. Egal, im Laufschritt machte er sich auf den Weg zurück, denn die Nacht würde äußerst kurz sein.
Dezember 28, 2025 um 5:19 p.m. Uhr #1060
DaniSpielerDas Lachen ließ Clint die Stirn runzeln, denn es klang … nicht ganz menschlich, worüber er sich jedoch keine Gedanken machen konnte, da sie weiterhin darauf bestand, dass ihr Schweigen einen Preis hatte.
Tzz, was war das denn für eine Leistung, wenn sie einfach nur die Klappe halten sollte, dass er hier gewesen war? Also da sollte sie vielleicht nochmal drüber nachdenken, dass das kaum ’nen Wert hatte. „Tja, mach, was Du willst. Wenn Dus Tony auf die Nase binden willst, bitte.“ War zwar eigentlich nicht gerade in seinem Sinn, dann hätte er Nat auch nicht drum bitten müssen, aber na ja, er würde jetzt bestimmt nicht irgendeine Gegenleistung erbringen, damit diese Frau darüber schwieg, ihn gesehen zu haben. Wobei sie letztendlich wohl auch nur sagen konnte, dass sie einen Mann hier draußen herumschleichen sehen hatte, doch ihn nicht beim Namen nennen konnte.Die Augen weiteten sich, als die Frau aus dem Schatten trat und jetzt tatsächlich mehr von ihr zu sehen war als nur die Silhouette und ein paar Ungereimtheiten. Sie war … blau! Es hatte nicht am Licht gelegen, nicht daran, dass sie Kleidung trug, die so schimmerte und erst recht nicht an irgendwelchem Körperschmuck, welcher immer wieder aufgeblitzt war. Sie war so: Blau und Silber, haarlos und nur vom Körperbau her menschlich. „Nicht schon wieder.“ stöhnte er, denn hatte Tony das ernsthaft getan? Hatte er noch einen Androiden erschaffen? Reichte Vision nicht, oder war mit ihm was passiert, als alles den Bach runtergegangen war? Fragen, die er sich nicht beantworten konnte, aber selbst wenn diese Frau ein Konstrukt Starks war, so hatte er wohl echt die Programmierung vermasselt.
Clint schob diese Überlegungen beiseite, konzentrierte sich auf das weitere Gespräch, während die Finger nun doch nach einem der Taserchips tasteten. Rauchbomben würden nichts bringen, sollte es zum äußersten kommen, was jedoch nicht unbedingt sein Plan war. Aber war ja klar, dass Stark ihr keine Daten über den Bogenschützen einprogrammiert hatte. Doch bevor er etwas sagen konnte, sagte sie etwas, das ihn noch einmal stutzen ließ. Erdlinge! Das klang so, als … „Das is’n Scherz, oder? Du bist nicht wirklich von da oben?“ Die Hand, die nicht am Taserchip lag, deutete nach oben, während er sie nicht aus den Augen ließ. Aber alles, was sie sagte, deutete darauf hin. Wenn das so war, dann wars wohl kein Wunder, dass sie wirklich nichts von ihm wusste und er … würde sie nicht aufklären. „Vielleicht hätte meine Beteiligung keinen Unterschied gemacht.“ erwiderte er, aber dennoch hätte es etwas geändert. Für ihn! „Aber dann wüsste ich wenigstens, dass ich alles für meine Familie getan hab, was in meiner Macht stand.“ Nur hatte er nichts von all dem mitbekommen und er hatte es demnach nicht einmal versuchen können.
Dezember 23, 2025 um 8:11 p.m. Uhr #1054
DaniSpielerClint war angespannt, das merkte er in dem Augenblick, als der Stein durch die Gegend flog und irgendwo hinter ihm im Unterholz verschwand. Er war zusammengezuckt, deutlich und die Hand an der Rauchkapsel zuckte nervös. Fuck, das war nicht gut, denn jeden Moment mehr hier und die Situation wurde immer verfahrener. Warum konnte sie ihn nicht einfach in Ruhe lassen und er ging dann seines Weges?
Aber nein, das wäre vermutlich viel zu einfach gewesen und wann war zuletzt etwas einfach? Die letzten zwei Jahre waren es gewesen, nach Leipzig, nach dem Bruch der Avengers. Ja, das war einfach, er war zu Hause gewesen, hatte die Kids jeden Tag gesehen, Laura … Clint seufzte leise, denn so einfach würde es nie wieder werden. Und dass die Fremde genau wusste, dass sie nervte, es sie aber überhaupt nicht zu stören schien, das half nicht!
Dann jedoch runzelte er die Stirn. Zahlen? Nur weil sie diese Begegnung für sich behalten sollte? „Spinnst Du?“ entfuhr es ihm, denn das konnte die Frau doch nicht ernst meinen, oder? Oder?!
Binnen kürzester Zeit war er auf den Beinen, als sie ihm schließlich vorwarf, nicht dabei gewesen war, als es wirklich darauf ankam und Wut wallte in ihm auf. Das war nicht gut, das wusste er, aber scheiß drauf, sie betitelte ihn als Feigling und als nicht mutig genug, sich gegen Thanos gestellt zu haben. „Du miese …“ Clint schluckte die weiteren Worte hinunter, denn wer ihn kannte, der wusste, dass er nicht feige gewesen war. Aber er hatte Gründe gehabt. Einmal den, dass er nicht einmal wusste, dass da etwas geschah und dann … war er abgetaucht, nachdem seine Familie ausgelöscht worden war. Himmel, er hatte nicht mal was von dem Raumschiff in New York mitbekommen, da er den Tag nicht vor dem Fernseher verbracht hatte. Hätte er das … Gott, hätte er kein Familienpicknick veranstaltet, dann hätte er gewusst, dass etwas vor sich ging, aber er hatte es eben nicht gewusst! Aber er hatte sich für den Deal entschieden, den Hausarrest gewählt, statt wie Nat, Steve und die anderen auf der Flucht zu sein und das machte alles noch schwerer, denn so spielte er heile Familie, während die Welt in Flammen aufgegangen war.„Du kennst mich doch gar nicht!“ zischte er, während sie seine braunen Augen fixierten, wobei jetzt, wo er stand und sie besser sehen konnte, wieder diese merkwürdigen Lichtreflexionen zu sehen waren. Und aus dieser Perspektive wirkte es nicht wie Körperschmuck, aber es war gerade eher weniger von Belang für ihn.
„Hats ihnen was gebracht, ihm hinterherzujagen? Sind alle, die verschwunden sind, wieder da? Sie haben versagt … WIR haben versagt und das nur, weil wir in alle Winde zerstreut waren!“ Clint konnte nicht verhindern, dass seine Stimme etwas lauter wurde, wobei Wut und Trauer sich in seinem Ton widerspiegelten. Diesem Thanos zu folgen hatte doch nichts geändert, warum hätte er also dabei sein sollen? Warum den anderen sagen sollen, er wäre noch am Leben? Die Toten waren noch immer tot, egal ob Thanos letztendlich besiegt worden war oder nicht.Dezember 21, 2025 um 9:29 p.m. Uhr #1053
DaniSpielerIn einigem Abstand folgte der ehemalige Agent dem Jungen, blieb dabei außer Sicht- und auch Hörweite, was kaum schwierig war. Seine Schuhe waren darauf ausgelegt, kaum ein Geräusch zu machen, sein Atem ging flach, passte sich an seine sparsamen Bewegungen an und sein Anzug war dunkel genug, dass er nur in einen Hauseingang huschen musste, wenn der Kleine Anstalten machte, sich umzudrehen. Und mal ehrlich, im Gegensatz zu der Verfolgung Natasha’s, damals als er den Auftrag gehabt hatte sie zu töten, war dies hier ein Kinderspiel. Der Junge sah sich nicht ständig um, außer einmal und Clint war weit genug weg, hielt sich von den wenigen Straßenlaternen fern, die spärliches Licht spendeten und seufzte innerlich. Als dumm würde er den Kleinen nicht betiteln, aber als unerfahren, denn sie waren jetzt bereits so weit gegangen, ohne dass er sich einmal umgedreht hatte. Es hatte hier und da kurze Gelegenheiten gegeben, dass man den Schwertkämpfer hätte entdecken können, aber diese Momente waren verstrichen, ohne dass der Teenager sie genutzt hatte.
Weiter ging es, wobei er aus der Ferne sehen konnte, dass der Junge sein Handy herausholte, doch natürlich konnte er nicht wissen, warum. Vielleicht nur, um auf die Uhr zu sehen, vielleicht um einen Anruf wegzudrücken, vielleicht aber auch, weil er eine Nachricht bekommen hatte. Wie dem auch war, es war gerade nicht sehr wichtig und er folgte weiter, bis sie an eine Garage kamen, die der Teenager betrat, während Clint langsam näher schlich, die Umgebung im Auge behaltend. War er in eine Falle gelockt worden? Das da war eine verdammte Werkstatt und kein Ort, an dem ein Jugendlicher leben sollte. Angespannt schlich er weiter, nutzte dann den Spiegel, den er bereits im Labor benutzt hatte und sah sich um. Nichts, niemand außer dem Kleinen zu sehen und auch vom Dach aus konnte er nichts hören. Ein Flachdach, wie es häufiger bei solchen Werkstätten der Fall war. Wenn es also keine Falle war, dann hatte jemand erwartet, dass er dem Jungen folgte. Shit, das hieß auch, dass er diesen Alessio nicht so schnell finden würde. Er hatte jetzt mehrere Möglichkeiten, einerseits konnte er sich einen Platz in der Nähe suchen und dort ausharren, bis sich der Kleine am nächsten Tag auf den Weg machte oder er konfrontierte ihn noch einmal, wobei die Gefahr bestand, dass der Junge noch einmal von seiner Fähigkeit Gebrauch machte. Die letzte Möglichkeit war die Infiltration ohne gesehen zu werden, der Versuch, mehr über den Kleinen herauszufinden und das für sich zu nutzen.
Clint wägte ab, Ersteres konnte er später noch machen, wenn er wirklich etwas herausgefunden hatte. Letzteres war die weitaus bessere Option, zumindest für den Moment. Mehr herausfinden, sich umsehen und dann entscheiden, wie er weiter vorging.
Geduckt umrundete er das Gebäude, bis er einen Einstiegspunkt gefunden hatte und stand kurz darauf in der Garage. Das einfache Zylinderschloss an der Hintertür stellte kein Hindernis dar, sondern war binnen weniger Augenblicke geknackt. Das leise metallische Klicken ging im plätschernden Regen unter und verschaffte ihm einen weiteren Vorteil. Geduckt schlich Ronin weiter, hielt sich hinter den Wagen, die noch immer hier standen und auf denen sich bereits eine dicke Staubschicht angesammelt hatte. Und auch die Werkzeugwagen und die Geräte nutzte er als Deckung. Schnell huschte er weiter, blieb stehen und lauschte, doch außer dem Jungen hörte er nichts. Bald hatte er die Glasfront erreicht und nutzte ein weiteres Mal den Spiegel, wobei er den Kleinen beobachtete. Na, viel hatte der ja nicht zu essen, obwohl er für diese Diebesbande arbeitete. War der Junge ihnen nichts wert? Seltsam, immerhin hatte er diese besonderen Fähigkeiten.Dezember 14, 2025 um 7:56 p.m. Uhr #1042
DaniSpielerWarum? Diese Frage kreiste durch seinen Kopf. Warum konnte nie etwas einfach sein? Konnte diese Fremde nicht einfach akzeptieren, dass er hier hockte und die Facility beobachtete, ohne etwas im Sinn zu haben? Nein, anscheinend nicht, denn sie bohrte weiter nach, kam sogar damit, dass wahrscheinlich bereits andere gesagt hatten, sie wären nicht so verrückt, sich mit den Avengers anzulegen. Und das war tatsächlich auch der Fall. HYDRA hatte sich mit Rogers angelegt und verloren, Vanko hatte Tony aufs Korn genommen und was hatte es ihm gebracht? Nichts! Und was das Kopfgeld anging … „Ich will kein Kopfgeld kassieren, ich will da auch nicht rein, kapiert?“ Nur sehen, was da los war, aber das würde diese Frau wohl kaum verstehen, wenn er nicht Klartext redete. Aber genau das war sein Problem. Tat er es, dann würde sie Meldung machen, vermutlich bei Stark und dann … hätte er Natasha gar nicht erst sagen müssen, sie solle den anderen gegenüber nicht erwähnen, dass er noch lebte. Eine richtige Zwickmühle, denn diese Frau schien ihn nicht zu kennen, also würde sie wohl kaum die Schnauze halten, weil sie ihn hier gesehen hatte. Scheiße!
Logik … die erwartete er von Vision, aber eher nicht von einer dahergelaufenen Sicherheitsfrau des Geländes und für diese hielt er sie noch. Tony war echt tief gesunken, wenn er seine Leute nicht ordentlich briefen konnte und diese nicht mal wussten, wer alles Zugang zum Gelände haben durfte. „Du nervst, weißt Du das? Ich sagte schon, dass ich nicht rein will, weil … ich dort nicht mehr hingehöre.“ Nicht mehr die Worte hörten sich auch für ihn falsch an, obwohl er sich selbst doch von ihnen fern gehalten hatte. Aber das, was sie zusammen durchgemacht hatten, die Schlachten, die sie geschlagen hatten, die ließen sich nicht einfach so ausradieren und auch wenn das Ende unschön gewesen war, so hatten sie irgendwie auch gute Zeiten gehabt. Verdammt noch mal, er hatte ihnen genug vertraut, um sie mit zu seiner Familie zu nehmen, als sie sonst nirgendwo hin gekonnt hatten.
Und jetzt hatte er eigentlich schon zu viel gesagt, aber möglicherweise ließ sie ja mit sich reden, war so vernünftig und rannte doch nicht gleich zurück und erklärte allen, dass Clint hier draußen hockte, weil die Neugierde dann doch Überhand genommen hatte. „Ich war ein Teil von ihnen, aber jetzt nicht mehr und deshalb werde ich nicht zu Tony gehen oder mit Cap ein Bier trinken. Nicht, dass der da viel von hätte, aber … Du weißt, was ich meine. Aber … ich will nicht, dass sie nach mir suchen, also kann das vielleicht unter uns bleiben?“ Er machte sich nicht viel Hoffnung, denn die hatte er längst verloren. Hoffnung war etwas für Narren und Schwachköpfe und er war weder das eine noch das andere. Wobei, vielleicht war er doch ein Schwachkopf, dass er sich so nah an die Höhle der Löwen gewagt hatte und gedacht hatte, er würde damit keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Noch immer ruhten seine Finger auf der kleinen Rauchbombe, doch bisher hatte es keinen wirklichen Grund gegeben, sie zu werfen. Und wenn er dies hier ohne Kampf hinter sich bringen konnte, dann war es umso besser, denn die Frau war keine Verbrecherin, zumindest wirkte sie nicht so. Er hoffte zumindest inständig, dass sie keine Kopfgeldjägerin war, denn dann hätte er sich gerade unfreiwillig zum Ziel gemacht und es würde letztlich doch auf einen Kampf hinaus laufen, weil er ihr gerade indirekt erklärt hatte, dass er Teil des Teams gewesen war.
Dezember 14, 2025 um 6:07 p.m. Uhr #1041
DaniSpielerRuhig stand er da, im Schatten verborgen, fast vollständig mit der Dunkelheit verschmolzen. Die Dunkelheit, welche auch New York erfasst hatte, weil an allen Ecken und Enden mit Strom gespart wurde, die kam ihm nun zugute. Sein Ronin-Anzug tat das Übrige, denn nur die Augenpartie war sichtbar, sodass der Junge ihn wohl schlichtweg nicht sehen würde.
Und der Schwertkämpfer wartete, bis der Kleine wieder wach wurde und zog sich noch einen Schritt weiter in die Schatten zurück. Der Teenager war völlig durch den Wind und das konnte Clint ihm auch überhaupt nicht verübeln. Nicht nur hatte er zwei seiner Kumpane sterben sehen, sondern war selbst nur knapp mit dem Leben davongekommen, zumindest würde er dies wohl annehmen. So knapp jedoch war es nicht, denn an eine Sache hielt sich der einstige Avenger eisern: Töte nie ein Kind!In der Ferne konnte er Sirenen hören, aber im Augenblick sah er sich selbst nicht in Gefahr. Warum auch? Das waren ein, vielleicht zwei Fahrzeuge, die er hören konnte, denn natürlich waren die Cops unterbesetzt. Vermutlich würden sie keine großangelegte Suchaktion im näheren Umkreis starten, weil sie die Kapazitäten gar nicht hatten und in einigen Tagen würde das Ganze zu den Akten gelegt werden. Ein Bandenkrieg, vielleicht eine Racheaktion, aber definitiv ein paar Verbrecher weniger auf den Straßen, die Ärger bereiten konnten. Er hatte ihnen einen Gefallen getan, diese Kerle auszuschalten.
Dann kramte der Kleine sein Telefon hervor und Clint trat jetzt wieder einen Schritt näher, den Kopf gesenkt, sodass seine Augen nicht gesehen wurden und auch die helle Haut nicht auf ihn aufmerksam machte. Außerdem half es dabei zu lauschen, wobei er nur verstand, was der Junge sagte. Ruben, Harry und Ramon … das waren die Namen der Toten, auch wenn er diese lieber nicht gewusst hätte. Noch ein paar Geister, die ihn des Nachts verfolgen würden, wenn er überhaupt zur Ruhe kam und nicht ständig darüber nachdenken würde, was er hätte anders machen können und ob er seine Familie nicht doch irgendwie hätte beschützen können. Es gab darauf keine Antworten, das war ihm klar, aber Himmel, er konnte diese Fragen nicht unterdrücken.
Jetzt aber hörte er zu, wobei er natürlich nur das hören konnte, was der Junge sagte. Ein Alessio wurde angesprochen, vielleicht derjenige, der die Sache unter Kontrolle hatte, vielleicht aber auch nur jemand, der als rechte Hand vom Boss fungierte. Wie auch immer, der Kleine legte schließlich auf und für einen winzigen Moment wollte Clint aus dem Schatten treten, dem Teenager eindringlich raten, diese Bande hinter sich zu lassen, aber dieser Augenblick verstrich mit dem nächsten kontrollierten Atemzug. Er wartete ab, bis der Kleine sich in Bewegung setzte und folgte ihm. Der Schwarzhaarige würde ihn direkt zu der Bande führen und dann hatte Ronin das nächste Ziel.
Dezember 8, 2025 um 9:41 p.m. Uhr #1016
DaniSpielerDer Rächer wäre fast in schallendes Gelächter ausgebrochen, wäre die Situation nicht so todernst gewesen. Der Junge war alles andere als selbstbewusst, die Stimme hörte sich eher so an, als würde ein Welpe fiepen, weil er den nächsten Tritt erwartete. Nein, dieser Welpe war auf keinen Fall der Drahtzieher dieses Raubzuges. Auch sonst schien er lieber woanders zu sein, als gerade jetzt hier. Aber bei dem Blutbad war das vermutlich auch kein Wunder. Clint’s Ältester hätte wahrscheinlich auch nicht hier sein wollen, auch wenn der ehemalige Bogenschütze wusste, dass der Teenager bei seinen Freunden irgendwelche Ballerspiele gespielt hatte, die erst ab 18 waren und da floss auch genügend Blut. Aber das war nicht real, ebenso wenig die Horrorfilme, die sein Sohn sicherlich bereits gesehen hatte. Was tat ein Fünfzehnjähriger alles, ohne das Wissen der Eltern? Viel, nahm Clint an. Es war hinfällig, Cooper würde nie wieder Dinge tun, die eigentlich verboten waren. Aber dieser Junge hier? Für ihn ging das Leben weiter und irgendwann würde sich die Lage wieder stabilisieren und der Welpe würde ein recht normales Leben führen können.
Was dessen Fähigkeit anging, da hatte der einstige Avenger jedoch Respekt vor. Es erinnerte ihn sehr an Thor und dessen Kräfte, die ja mit Elektrizität zu tun hatten. Und es war auch denkbar, dass der Junge wirklich Ernst machte, wenn Ronin gegen seinen Freund vorgehen würde, auch wenn der Welpe alles andere als selbstsicher war. Egal, er musste diese Bedrohung erst einmal ausschalten, ehe er gegen den letzten Typen vorging, weshalb der Schwertkämpfer leise seufzte. „Sorry Kleiner, das wird mir mehr wehtun als Dir.“ Bedauern klang in der Stimme mit, ehe er einen Satz nach vorne machte und mit dem Heft des Katanas zuschlug, um den Jungen bewusstlos zu schlagen.
Der Schlag saß, der Dunkelhaarige sank ohne einen weiteren Ton auf den Boden, aber Clint hörte hinter sich ein Geräusch. Der letzte verbliebene Mann hatte sich in Bewegung gesetzt, hatte die leere Waffe fallen lassen und griff gerade nach der Waffe eines seiner toten Freunde, als sich Ronin umdrehte. Wieso hatte er sich das gedacht? Weil es doch immer irgendwie so lief. Der Kerl hätte nach draußen flüchten können, hätte die Beine in die Hand nehmen können, aber nein, er war geblieben und zielte jetzt mit zitternder Hand auf Clint. So jedenfalls würde der Typ nichts und niemanden treffen, wobei Ronin wusste, dass eine ruhige Hand das A und O bei der Treffsicherheit war.
Es kam, wie es kommen musste, ein Satz nach vorne, das Katana schwingend und der Mann hatte eine klaffende Wunde in der Brust, die Waffe fiel ihm aus der kraftlosen Hand und Blut tropfte aus seinem Mund. Die Augen richteten sich noch auf den Schwertkämpfer, ehe der Körper auf die Knie fiel und der Blick schließlich brach. Der Mann fiel schließlich auf die Seite und blieb liegen. Es war vorbei, wobei Clint keine Erleichterung verspürte. Eine Sache jedoch musste er noch tun, bevor die Cops hier noch auftauchten oder doch irgendeine Security mitten in der Nacht nach dem Rechten sah.
Mit einer ruckartigen Bewegung schleuderte er das meiste Blut vom Katana, was den Raum noch surrealer wirken ließ, dann wischte er das restliche Blut am Ärmel des gerade gestorbenen Mannes ab, ehe er es zurück in die Scheide auf dem Rücken schob, dann begab er sich zu dem Welpen und hob ihn hoch, hievte ihn sich über die Schulter und nahm ihn einfach mit nach draußen. Sie entfernten sich vom Gebäude, bis der Rächer schließlich an einer geschützten Stelle anhielt und den Jungen auf den Boden legte. Ihn einfach so hier allein zu lassen, das wollte er nicht, weshalb er sich im Schatten verbarg und wartete, bis der Kleine wieder wach wurde.
Dezember 5, 2025 um 8:23 p.m. Uhr #1008
DaniSpielerDer letzte Mann wich zurück, auf den Jungen achtete der Schwertkämpfer jedoch nach wie vor nicht. Die Todesangst im Gesicht von dem Kerl war deutlich zu sehen, wobei die beiden auf dem Boden liegenden Männer eindeutig Latinos waren, was auch den Jungen einschloss. Nur dieser letzte, verbliebene Typ war wohl nicht aus den südlichen Gefilden. Es war aber nicht ausschlaggebend, sie waren Verbrecher, das allein zählte.
Dann jedoch richteten sich seine Nackenhaare auf, die Luft knisterte für den Bruchteil einer Sekunde förmlich vor Elektrizität, gerade als der Kämpfer mit dem Schwert ausholte. Das war wohl sein Glück, denn die elektrische Entladung schlug in der nahen Wand ein, knapp vor seinem Gesicht. Hätte er das Schwert nicht gerade dann nach hinten gezogen … er wollte nicht genauer darüber nachdenken. Der Geruch nach Ozon hing noch in der Luft und an der Wand prangte ein schwarzer Fleck, wo der Blitz eingeschlagen hatte.
Die braunen Augen suchten die Umgebung ab, ob etwas in diesem Raum solch eine Entladung verursacht haben könnte, doch die Geräte schwiegen, außer dem, welches der Junge vorhin eingeschaltet hatte. Und da schien alles in Ordnung zu sein. Der Junge hingegen … er starrte den Fleck an, ballte die Hände zu Fäusten und schien ziemlich blass um die Nase zu sein. „Grill ihn, Joe!“ Die Stimme klang schrill vor Angst, der Blick war schreckensweit auf das Katana gerichtet, von dessen Schneide Blut tropfte, was in der sonst schneidenden Stille gut zu hören war. Plopp … plopp … die Abstände wurden nach jedem Tropfen ein klein wenig länger. Ein scharfer Blick von Ronin jedoch ließ den Mann sofort wieder verstummen und sich noch weiter an die Wand drücken.
Clint jedoch beachtete es nicht, drehte sich nun vollends dem Jungen zu, der nicht so viel älter wirkte, als es Cooper gewesen war. Er hob das Schwert nicht, er ging nicht bedrohlich auf den Teenager zu, denn … Himmel, der könnte verdammt noch einmal sein Sohn sein, der nach der Katastrophe in die falschen Kreise geraten war. „Verschwinde Kleiner, Du willst das hier doch gar nicht.“ Ob es wirklich so war? Mit dem, was der Junge wohl konnte, hätte der auch gut und gerne der Drahtzieher des Ganzen sein können. Und jetzt war auch klar, warum der Teenager keine Waffe trug. Er selbst war die Waffe!
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